Systemische Familientherapie

Wenn ein Symptom das System der Familie stabilisiert –

Systemische Familientherapie

 

                                              Systemische Familientherapie

Bei der systemischen Familientherapie wird das ganze System der Familie und weitere Subsysteme, wie z.B. Freunde, Schule, Arbeitsplatz mit in die Therapie einbezogen. Bei dieser Therapieform geht man davon aus, dass das gezeigte „Problem“ oder „Symptom“ ein Lösungsversuch eines Familienmitgliedes ist, um ein bestehendes Ungleichgewicht im Familiensystem auszugleichen und dadurch wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

Aber auch transgenerationelle Übertragungen, Delegationen und Traumata aus der Ursprungsfamilie können zu Symptomen bei einzelnen Familienmitgliedern führen.

Das System verhält sich wie ein Mobile – bewegt sich ein Element des Mobiles, dann bewegen sich durch ihn auch die anderen Elemente bis das Mobile wieder in ein neues, verändertes Gleichgewicht kommt.

Systeme sind wie eigene Zellen. Sie lieben keine Veränderung, weil es ihre Sicherheit gefährden könnte. Alle Mitglieder eines Systems haben sich den Werten und Regeln des Systems unterzuordnen oder sie werden aus dem System gestoßen. Dies erklärt, warum sich viele Menschen dem Familiensystem unterwerfen, obwohl sie andere Bedürfnisse leben möchten. Die Angst vor Ausschluss aus dem System hält sie im System gefangen.

Die systemische Familientherapie (systemische Psychotherapie) gehört heute neben der psychoanalytischen Therapie, der kognitiven Verhaltenstherapie und den humanistischen Therapien zu den vier großen Grundrichtungen der Psychotherapie. Im Gegensatz zu der Einzeltherapie wird bei dieser Therapieform mit mehreren Familienmitgliedern gleichzeitig gearbeitet.

Die bekannteste Intervention der systemischen Familientherapie ist sicherlich die Familienskulptur (Familienaufstellung), bei der die Familie, das Symptom oder das Anliegen aufgestellt werden kann, aber auch andere Interventionen der lösungsfokussierten Gesprächstherapie oder der Hypnotherapie finden hier Einsatz.

Familienaufstellungen mache ich in meiner Praxis auch mit Einzelklienten. Da die Familienmitglieder in der Therapie nicht anwesend sind, werden für sie als Stellvertreter Kissen eingesetzt. Mit den Kissen kann man die Nähe-Distanz zum Klienten, die Auswirkungen von Platzveränderungen der Stellvertreter-Kissen für den Klienten und weitere Dynamiken im System sehr gut bearbeiten.