Imaginative Traumatherapie

Die imaginative Traumatherapie ist eine von Luise Reddemann entwickelte Kurzzeitpsychotherapie.

Traumaklienten/innen haben die Schwierigkeiten sich den traumatischen Gefühlen und Bildern zu stellen, aus Angst einer massiven Gefühlsüberflutung (Retraumatisierung). Deshalb sind die mit dem Trauma verbundenen Gefühle abgespalten (dissoziiert).

Traumatische Erfahrungen, auch wenn sie bereits sehr früh, z.B. in der Embryonalzeit entstanden sind, werden als Programm im Gehirn abgespeichert. Beziehungen, die mit dem Trauma zusammenhängen werden internalisiert und oft in gegenwärtigen Beziehungen weitergelebt. Wie stark der Klient sich an das traumatische Ereignis erinnern kann, ist abhängig von dem Alter, indem er das Trauma erfahren hat. Aber auch wenn keine Erinnerung vorhanden ist, so existiert dieses Programm. Und das Unterbewusstsein ist darauf bedacht, dass dieses Programm nicht gestartet wird. Deshalb wird es meist sehr stark abgespalten (verbannt). Aber trotz Abspaltung können bestimmte Auslöser (Trigger) dieses Programm starten und der Klient/-in wird von Gefühlen (z.B. Panikattacken) überflutet, die er eventuell nicht zuordnen kann. Aus diesem Grund haben sich Verhaltensmuster und Abwehrmechanismen gebildet, die versuchen, die traumatischen Bilder und die damit verbundenen Gefühle unter Verschluss zu halten. Meist führt dies dazu, dass die Bedürfnisse nicht gelebt werden bis hin zu sozialer Isolation.

Bei der Posttraumatischen Belastungsstörung versucht das Gehirn durch Bilder-Flashbacks, das Trauma zu verarbeiten, was aber nicht gelingt.

In der Systemischen Traumatherapie wird die Dissoziationsfähigkeit des Klienten/-in genutzt, damit er sich bewusst in Momenten, in denen sich belastende Gefühle zeigen, von diesen trennen kann und sich selbst stabilisiert.

Mit Hilfe der Bildschirmtechnik ist es dem Klienten/-in möglich sich auf einer inneren Bühne traumatisierte Persönlichkeitsanteile, meist das „innere Kind“, anzuschauen und zu fragen, was dieser Teil braucht und ihn an einen geschützten, sicheren imaginativen Ort zu bringen, an dem sich hilfreiche, liebende imaginative Wesen in Form von nährenden, idealisierten Eltern um das „innere Kind“ kümmern. Des Weiteren können sich die traumatischen Bilder wie auf einer inneren Leinwand angeschaut werden, mit der Möglichkeit, jederzeit den inneren Film zu stoppen.